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Kamin sicher betreiben – Sicherheitsregeln und Kehrpflicht

Kaminbrand, Kohlenmonoxid und die kantonale Kehrpflicht: die wichtigsten Sicherheitsregeln für den Betrieb von Kamin und Feuerungsanlage in der Deutschschweiz.

Veröffentlicht am 29. Mai 2026Aktualisiert am 9. Juni 202611 Min. LesezeitHelvetic Kaminfeger
Wohnraum mit Kaminofen und einem Kohlenmonoxid-Melder an der Wand

Ein Kaminofen ist ein sicheres Heizgerät – solange er korrekt betrieben und regelmässig kontrolliert wird. Die beiden ernsten Gefahren beim Heizen mit Holz sind der Kaminbrand, ausgelöst durch entzündete Russ- und Glanzruss-Ablagerungen, und die Vergiftung durch Kohlenmonoxid, das bei gestörtem Abzug in den Wohnraum gelangen kann. Beide Risiken lassen sich mit einfachen Massnahmen stark reduzieren. Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Sicherheitsregeln für die Deutschschweiz zusammen – von der Brandverhütung über CO-Melder bis zur kantonalen Kehrpflicht und dem richtigen Verhalten im Notfall.

Kaminbrand: wie er entsteht und wie Sie ihn verhindern

Beim Verbrennen von Holz lagern sich an den Wänden des Abgaswegs Russ und – besonders bei feuchtem Holz oder schwelendem Abbrand – Glanzruss ab. Glanzruss ist ein glänzender, teerartiger Belag, der sehr leicht brennt. Entzündet er sich, kann die Temperatur im Schornstein sprunghaft ansteigen, das Mauerwerk reissen und das Feuer auf den Dachstuhl übergreifen. Die gute Nachricht: Kaminbrände sind fast immer die Folge vermeidbarer Ursachen. Wer trocken heizt, sauber verbrennt und regelmässig kehren lässt, entzieht dem Kaminbrand die Grundlage.

Die mit Abstand wirksamste Vorbeugung ist die regelmässige Reinigung. Das jährliche Kaminfegen entfernt die Ablagerungen, bevor sie gefährlich werden, und ist in den meisten Kantonen ohnehin Pflicht. Bei stark genutzten Anlagen oder hartnäckigen Belägen ergänzt die Rauchabzug- und Kaminkanalreinigung die Standardkehrung. Wie Sie durch trockenes Holz und die richtige Anzündtechnik von vornherein weniger Ablagerungen erzeugen, lesen Sie im Ratgeber zum richtigen Heizen mit Holz.

  • Nur trockenes Holz mit einer Restfeuchte unter 20 Prozent verwenden.
  • Schwelbetrieb vermeiden – das Feuer mit genügend Luft sauber abbrennen lassen.
  • Keine Abfälle, kein behandeltes Holz, kein Papier in grossen Mengen verbrennen.
  • Den Abgasweg mindestens einmal pro Heizperiode fachgerecht kehren lassen.
  • Bei Verdacht auf Ablagerungen oder Risse eine Kontrolle veranlassen.
Russablagerungen an der Innenwand eines Schornsteins als Brandrisiko
Russ und Glanzruss im Schornstein sind die Hauptursache von Kaminbränden – regelmässiges Kehren beugt vor.

Kohlenmonoxid: die unsichtbare Gefahr

Kohlenmonoxid (CO) entsteht bei unvollständiger Verbrennung. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos und deshalb mit den Sinnen nicht wahrnehmbar. Gelangt es in den Wohnraum – etwa weil der Abzug blockiert ist, der Zug fehlt oder Abgase zurückgedrückt werden –, kann es schon in geringen Konzentrationen Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel auslösen und in hoher Konzentration tödlich sein. Typische Auslöser sind verstopfte Kaminkanäle, undichte Verbindungen oder Unterdruck im Haus, etwa durch eine starke Dunstabzugshaube oder eine Lüftungsanlage.

Der wirksamste Schutz ist ein CO-Melder in jedem Raum mit Feuerungsanlage. Diese Geräte sind günstig, einfach zu montieren und schlagen Alarm, lange bevor es kritisch wird. Eine flächendeckende gesetzliche Pflicht besteht in der Schweiz nicht überall – die Empfehlung der Fachleute ist aber eindeutig. Achten Sie zusätzlich darauf, dass dem Ofen genügend Verbrennungsluft zur Verfügung steht, gerade in gut gedämmten, dichten Gebäuden. Tritt unerwartet Rauch in den Wohnraum, ist das ein ernstes Warnsignal: Unser Ratgeber-Netzwerk und der Service Rauch im Haus gehen solchen Ursachen gezielt nach.

  • CO-Melder in jedem Raum mit Feuerungsanlage installieren und regelmässig testen.
  • Für ausreichende Verbrennungsluft sorgen, besonders in dichten Neubauten.
  • Dunstabzug und Lüftung nicht gleichzeitig mit dem Ofen auf Volllast betreiben, wenn Unterdruck droht.
  • Bei Rauch oder Russgeruch im Raum umgehend lüften und die Ursache abklären lassen.
  • Verbindungsrohre und Dichtungen im Rahmen der Wartung kontrollieren lassen.

Warnzeichen ernst nehmen

Eine Feuerungsanlage kündigt Probleme oft an, bevor es kritisch wird – man muss die Zeichen nur richtig deuten. Wenn die Sichtscheibe ungewöhnlich schnell schwarz wird, der Ofen schlecht zieht, Rauch beim Öffnen der Tür in den Raum quillt oder es im Wohnraum nach Rauch riecht, sind das ernst zu nehmende Hinweise. Auch ein verändertes Brenngeräusch, ein plötzlich höherer Holzverbrauch oder Russgeruch im ganzen Haus deuten auf eine Störung hin. Solche Symptome sollten Sie nicht ignorieren oder mit verstärktem Heizen zu übertönen versuchen. Klären Sie die Ursache ab, bevor sich aus einem kleinen Problem ein Sicherheitsrisiko entwickelt – häufig steckt eine einfache, gut behebbare Ursache wie zu feuchtes Holz, eine verstopfte Zuluft oder eine undichte Dichtung dahinter.

Brandschutz im Alltag

Viele Unfälle passieren nicht im Schornstein, sondern im Wohnraum. Der Ofen und das Ofenrohr werden im Betrieb sehr heiss. Halten Sie deshalb den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zu Möbeln, Vorhängen, Brennholz und anderen brennbaren Materialien ein. Vor brennbaren Bodenbelägen schützt eine Bodenplatte aus nicht brennbarem Material vor Funken und herausfallender Glut. Lassen Sie ein brennendes Feuer nie unbeaufsichtigt und halten Sie Kinder und Haustiere fern – die Sichtscheibe erreicht Temperaturen, die zu schweren Verbrennungen führen.

Auch die Entsorgung der Asche ist ein Brandschutzthema. Asche kann noch Stunden nach dem Erlöschen des Feuers heisse Glutnester enthalten. Füllen Sie sie deshalb ausschliesslich in einen Metallbehälter mit Deckel und stellen Sie diesen auf einen nicht brennbaren Untergrund im Freien – niemals in einen Kunststoffeimer oder direkt in den Hausmüll. Ein Funkenschutzgitter vor offenen Kaminen verhindert, dass Funken in den Raum springen.

Kaminfeger bei der jährlichen Kehrung eines Schornsteins auf einem Hausdach
Die regelmässige Kehrung durch eine Fachperson ist der Kern der gesetzlichen Brandverhütung.

Die Kehrpflicht in der Deutschschweiz

Die Kehrpflicht ist in der Schweiz kantonal geregelt und Teil der Feuerpolizei-Gesetzgebung. Die genaue Häufigkeit hängt vom Kanton, vom Anlagentyp und von der Nutzungsintensität ab. In vielen Regionen wird das Kehren von Holzfeuerungen über ein Kehrgebiet organisiert, in anderen ist die Hauseigentümerschaft selbst dafür verantwortlich, die Kehrung zu veranlassen. Wer die Kehrung vernachlässigt, riskiert nicht nur ein erhöhtes Brandrisiko, sondern auch Probleme mit der Gebäudeversicherung im Schadenfall. Die folgenden Angaben sind allgemeine Anhaltspunkte – verbindlich ist immer die Auskunft Ihrer Gemeinde oder des kantonalen Feuerpolizeiamts.

AnlagentypBrennstoffÜbliche Kehrhäufigkeit
Offener KaminHolzmindestens einmal pro Heizperiode
Kaminofen / Cheminée-EinsatzHolzein- bis zweimal jährlich
HolzheizkesselScheitholzmehrmals pro Heizperiode möglich
Pelletofen / PelletkesselPelletsmindestens einmal jährlich
Selten genutzte AnlageHolzKontrolle vor Wiederinbetriebnahme
Allgemeine Anhaltspunkte zur Kehrhäufigkeit nach Anlagentyp (kantonale Vorschriften sind massgebend).

In dicht bebauten Städten wie Basel oder Zürich mit vielen Altbauten und gemeinsam genutzten Schornsteinen ist die regelmässige Kontrolle besonders wichtig, weil ein Problem in einem Kanal mehrere Wohnungen betreffen kann. Bewahren Sie die Kehrattest und Protokolle auf: Sie dienen als Nachweis gegenüber Behörden und Versicherung und erleichtern dem nächsten Fachbetrieb die Arbeit.

Im Notfall richtig handeln

Wenn es trotz aller Vorsicht zu einem Kaminbrand kommt, zählt jede Minute. Rufen Sie umgehend die Feuerwehr unter der Nummer 118 und versuchen Sie nicht, den Schornsteinbrand mit Wasser zu löschen – das kann durch schlagartige Dampfbildung den Kamin sprengen. Schliessen Sie, wenn gefahrlos möglich, die Luftzufuhr am Ofen, entfernen Sie brennbare Gegenstände aus der Umgebung des Kamins und verlassen Sie das Gebäude. Nach einem Kaminbrand darf die Anlage erst wieder genutzt werden, wenn sie fachlich kontrolliert und freigegeben wurde.

  1. Feuerwehr alarmieren (Notruf 118) und Personen in Sicherheit bringen.
  2. Niemals mit Wasser löschen – Explosionsgefahr im Schornstein.
  3. Wenn gefahrlos möglich, die Luftzufuhr am Ofen schliessen.
  4. Brennbare Gegenstände aus der Nähe des Kamins entfernen.
  5. Nach dem Einsatz die Anlage fachlich kontrollieren und freigeben lassen.

Für dringende Situationen rund um Kamin und Feuerungsanlage steht in der Deutschschweiz unser Notfall-Einsatz bereit. Nach einem Vorfall gehören die Nachkontrolle, die Beurteilung des Schadens und gegebenenfalls die Sanierung in fachliche Hände, bevor wieder geheizt wird.

Wartung und Kontrolle als Fundament der Sicherheit

Die Kehrung entfernt Ablagerungen, doch sie ersetzt nicht die technische Kontrolle der gesamten Anlage. Beides zusammen ergibt erst einen wirklich sicheren Betrieb. Bei der Wartung werden die Türdichtungen geprüft, denn eine undichte Tür stört die Luftführung und kann dazu führen, dass die Verbrennung schlecht und der Abbrand schmutzig wird. Auch die Sichtscheibe, die Schamottesteine im Feuerraum, der Rost und die Anschlüsse des Ofenrohrs gehören zur regelmässigen Kontrolle. Verschlissene Dichtungen oder gerissene Schamotte sollten ersetzt werden, bevor sie zu einem Sicherheitsrisiko werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Übergang vom Ofen zum Schornstein. Hier sammeln sich gerne Ablagerungen, und undichte Verbindungen können dazu führen, dass Abgase in den Raum gelangen. Wenn Sie unsicher über den inneren Zustand Ihres Kaminkanals sind – etwa nach dem Kauf einer älteren Liegenschaft oder nach einem Kaminbrand –, schafft eine Kamerainspektion Klarheit, ohne dass aufgestemmt werden muss. So lassen sich Risse, Versottung oder bauliche Mängel frühzeitig erkennen und gezielt beheben, bevor daraus eine Gefahr wird.

Dokumentation und Versicherung

Sicherheit hat auch eine administrative Seite. Bewahren Sie die Kehrattest, Wartungs- und Inbetriebnahmeprotokolle geordnet auf. Diese Dokumente sind nicht bloss Papierkram: Im Schadenfall prüft die Gebäudeversicherung, ob die vorgeschriebene Kehrung und der Unterhalt tatsächlich durchgeführt wurden. Ein nachgewiesener Unterhalt schützt Ihren Versicherungsschutz, während ein fehlender Nachweis im schlimmsten Fall zu einer Kürzung der Leistungen führen kann. Wer eine Liegenschaft verkauft oder neu vermietet, kann mit lückenloser Dokumentation zudem belegen, dass die Feuerungsanlage fachgerecht betreut wurde.

Melden Sie neue oder geänderte Feuerungsanlagen der zuständigen Stelle und informieren Sie Ihre Versicherung. Notieren Sie sich den nächsten Kehrtermin, damit er nicht in Vergessenheit gerät. Gerade bei selten genutzten Anlagen, etwa in Ferienwohnungen, lohnt sich eine Kontrolle vor der ersten Inbetriebnahme der Saison: Vogelnester, eingedrungene Feuchtigkeit oder lose Bauteile zeigen sich nicht von selbst, können aber die erste Flambage gefährlich machen. Eine gute Routine aus Kontrolle, Kehrung und Dokumentation ist der unspektakuläre, aber wirksamste Teil der Kaminsicherheit.

Fazit: Sicherheit ist Routine

Den sicheren Kaminbetrieb erreicht man nicht mit einer einzelnen Massnahme, sondern mit einer verlässlichen Routine: trocken und sauber heizen, CO-Melder installieren, Sicherheitsabstände und Aschehandhabung beachten, die kantonale Kehrpflicht einhalten und im Ernstfall ruhig und richtig reagieren. Wer diese Regeln zur Gewohnheit macht, geniesst die Wärme seines Kamins ohne unnötiges Risiko. Helvetic Kaminfeger unterstützt Sie dabei mit Kehrung, Kontrolle und Notfallservice in der ganzen Deutschschweiz – auf Wunsch mit einer kostenlosen, unverbindlichen Ersteinschätzung.

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